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Geschichte und Ansichten

In den Jahren 1928/29 wurde die reformierte Kirche an bevorzugter Lage erbaut. Die damals knapp 500 Reformierten der 1901 gegründeten ehemaligen "Protestantischen Genossenschaft" hatten fleissig gespart und gesammelt. Als auch noch die Reformationskollekte 1929 zugesichert wurde, konnte man zusammen mit dem rührigen Pfarrer Rumpel, der seit 1925 im Amt war, ans Werk gehen. Das Architekturbüro Krebs & Möri, Luzern, hatte den Wettbewerb gewonnen, und auch heute noch wird die harmonische und grosszügige Anlage mit Kirche, Zwischentrakt samt Turm und Pfarrhaus weit herum gerühmt und bewundert.

Im Jahr 1976 wurde vom Architekturbüro Eichenberger, Hochdorf, die Innenrenovation in Angriff genommen, die wesentliche Veränderungen brachte und den Innenraum für die neuen Bedürfnisse einer modernen Kirchgemeinde rüstete.

So wichen die Bänke der mobilen Bestuhlung, der Chorraum wurde erweitert, die Kanzel entfernt und durch einen beweglichen Ambo ersetzt. Ebenso der alte Taufstein, der einem schmucken quadratischen Tisch mit einer Travertinplatte weichen musste. Ausserdem wurden eine Bodenheizung und eine neue Beleuchtung installiert.

Der Aargauer Bildhauer Romano Galizia entwarf die Fenster, den Wandteppich, den Abendmahlstisch und den Ambo und liess in seine Gestaltung seine katholische Herkunft mehrfach einfliessen. (Die Kreise in den Fenstern dürfen ohne weiteres als Hostien gesehen werden. Die sieben hellen Strahlen im Wandteppich sollen die sieben Sakramente oder aber die "sieben Geister Gottes" symbolisieren.)

Fenster

Die Luzerner Künstlerin Vroni Unseld knüpfte und webte den sieben Meter langen Wandteppich und entschied sich jeweils für die kompliziertere Variante, wann immer sich die Frage nach der adäquaten Umsetzung der Vorlage von Romano Galizia stellte.

Das Thema des Wandteppichs: die Schöpfung - mit der Sonne als Symbol sowohl der physischen Lebensspenderin als auch der erschaffenden Liebe Gottes.

Wandteppich

Deren Strahlen beleuchten das Geschaffene in Gestalt der drei (beziehungsweise vier!) Fische, die nicht nur an ein wichtiges Nahrungsmittel auch der Jünger Jesu erinnern, sondern auch an das antike Symbol für "Christus".

Das 1932 in Auftrag gegebene Rundfenster "Die Stillung des Sturmes" von Giacomo Scartezzini, einem Giacometti-Schüler, wurde 1976 an seinen neuen "Ehrenplatz" versetzt, wo es - beleuchtet - zu jeder Tages- und Nachtzeit seine Geschichte erzählen kann.

Rundfenster

Zweiundzwanzig Jahre nach der Innenrenovation wurde erneut tief in die Substanz des Gebäudes eingegriffen. Das Architekturbüro Bachmann, Urswil, entwarf den sich verjüngenden Anbau an das Kirchenschiff, der das ehemalige "Säli" im Handtuch-Format zu einem Saal machte, der durch die Deckengestaltung von Werner Müller, Hildisrieden, sein eigenes Gepräge erhielt.

Kirche Aussenansicht von hinten

Das Treppenhaus und der Eingangsbereich wurden neu gestaltet und unter dem neuen Dach entstand ein heimeliger Raum, das Emporenzimmer, das für weit mehr als nur für ein "Magazin" dienen kann.

Und nicht zuletzt wurde auch das alte Unterrichtszimmer im Souterrain zu einem viel benützten Mehrzweckraum erweitert. Neben dem Unterricht werden dort während gewisser Gottesdienste und jeweils am Freitagnachmittag Kinder gehütet, treffen sich jeden zweiten Dienstagmorgen Mütter mit Kindern "nullbisdrei" und finden verschiedene Kurse und Begegnungen statt.

Eine letzte grosse Bauphase wurde 1997 eingeläutet. Jetzt wurde unter dem Chorraum eine Art "Riesenschublade" eingebaut, in welcher sieben Rollwagen Platz haben. Auf diesen lagern über hundert rote und etwa dreissig beigefarbene Stühle, dazu mehrere Tische. Auf vier Spindelmotoren hebt sich der (Travertin-)Boden des Chorraumes bis zur Höhe von eineinhalb Metern. Dann können die Rollwagen herausgezogen werden.

Ein wunderbarer Nebeneffekt ist die "Theaterbühne" , die so entstand und die seither in vielen Jahrgangsgottesdiensten und an vielen Weihnachtstheatern und sonstigen Veranstaltungen gute Dienste geleistet hat.

Kombiniert mit der einige Jahre später installierten Verdunkelungsanlage für die Kirche wurde erreicht, dass der Raum zu weit mehr dienen kann als nur zu den sonntäglichen Gottesdiensten.

Beides: Hebebühne und Verdunkelung sind für alle, denen "das" vorgeführt wird, eine staunens- und beneidenswerte Sache.

So richtig "richtig" wird es aber immer noch erst dann, wenn hunderte von grossen und kleinen Gottesdienstbesuchern den Raum füllen und mit ihrer Lebendigkeit im wahrsten Sinn des Wortes "heiligen".

Der Vorplatz wurde 1989 von Firma Jurt in Hitzkirch gestaltet, wobei das Thema "Kreis" der Fenster übernommen und erweitert wurde.

Der jetzige "Brunnen vor der Kirche" wurde 2007 installiert, nachdem der vorherige "schwimmende Stein" nach einer Havarie leider nicht mehr verwendet werden konnte. An dem "Vogelbad" erfreuen sich nun aber wieder hunderte von Vögeln aller Art, was sehr gut zu "Lebendige Kirche" passt.

Brunnen
Menubild

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Mittwoch, 16.05.2012,
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